Weser hat mit Pegelstand von 6,22 Metern vorläufigen Höhepunkt erreicht

Minden. Nach stagnierenden Pegelständen in den vergangenen beiden Tagen, ist die Weser am Dienstagabend und in der vergangenen Nacht mit 6,22 Meter auf ihren vermutlich vorläufig höchsten Stand in Minden angewachsen. „Der Scheitelpunkt scheint erreicht zu sein“, so die Pressesprecherin der Stadt Minden, Susann Lewerenz. Die Wasserstände an der Oberweser fallen seit gestern. Unkalkulierbar allerdings sei, welche Einflüsse die angesagten Regenfälle auf das Hochwasser haben werden.

Der Koordinierungsstab der Stadt Minden hat am frühen Morgen weitere Sperrungen veranlasst und vereinbart, dass aufgrund der sehr langsamen Entwicklung, voraussichtlich erst ab einem Pegelstand von 6,40 Metern der Krisenstab von Bürgermeister Michael Buhre einzuberufen ist. Ursprünglich war dieses bei einem Stand von 6,15 Metern vorgesehen. Seit heute Morgen ist die Hausberger Straße – eine stark befahrene Verbindungsstraße zwischen Innenstadt und B 482 – gesperrt worden. Bei einem Pegelstand von unter 6 Metern war die Straße noch befahrbar.

Die Ordnungsbehörde weist Autofahrer darauf hin, die Sperrungen unbedingt zu beachten und nicht durch überflutete Flächen zu fahren, wie heute Vormittag mehrfach an der Hausberger Straße beobachtet. „Man kann die Tiefe des Wasser nicht sehen, zudem herrscht hier eine stärkere Strömung“, warnt die Leiterin des Bereiches Sicherheit und Ordnung der Stadtverwaltung, Annette Ziegler. Auch an der Uferstraße und auf Kanzlers Weide sei beobachtet worden, dass Fahrzeuge versuchten, durch überschwemmte Bereiche zu fahren. Mitarbeiter der Ordnungsbehörde haben am Vormittag mit Unterstützung der Polizei die letzten Wohnmobilisten von Kanzlers Weide verwiesen.

Beobachtet wird weiterhin die Situation an der Kanalunterführung in der Werftstraße. Hier steht zwar Wasser im Gleisbett der MKB, die Straße sei aber nicht überflutet. Erst wenn dieses der Fall ist muss das Tierheim evakuiert werden. Zurzeit bestehe dazu aber noch keine Veranlassung. Problematisch entwickelt sich jetzt die Situation im Schwarzen Weg. Hier strömt das Hochwasser in die Entwässerungsgräben. Dieser Bereich, insbesondere die Situation um das Rudolf-Winzer Haus, eine Anlaufstation für Durchreisende und Obdachlose, unterliegt derzeit einer besonderen Beobachtung, berichtet der Leiter der Feuerwehr Minden, Heino Nordmeyer.

Unter Überwachung steht die Baustelle Bunte Brücke, wo im jetzigen Überschwemmungsbereich unterhalb der Brücke zwei hohe Kräne stehen. Der Beigeordnete für Stadtplanung und Feuerschutz, Klaus-Georg Erzigkeit, hat am Morgen den Landesbetrieb Straßen NRW als Bauherrn, angeschrieben und aufgefordert, Maßnahmen zu ergreifen, um eine Gefährdung auszuschließen. Die Fundamente unter den Kränen könnten bei dauerhafter Überschwemmung unterspült werden und nicht mehr genügend Halt bieten.

Der Koordinierungsstab hat sich heute Mittag erneut getroffen, um weitere, eventuell notwendige Maßnahmen zu besprechen und zu veranlassen. Sollte sich hier etwas Neues ergeben, wird die Pressestelle der Stadt dieses umgehend an die Medien weitergeben.

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