Minden-Lübbecke: “Rettet die Weißstörche” erhält IGS Förderpreis

Kreis-Minden-Lübbecke/Petershagen(mr/y). Feierliche Verleihung des IGS-Förderpreises „Leistung macht Laune“ an das „Aktionskomitee „Rettet die Weißstörche im Kreis Minden- Lübbecke“ e. V. “ am 01.10.2013 im Haus Windheim No. 2 in Petershagen – die IGS feiert 20-jähriges Bestehen und schenkt dem Mühlenkreis einen „Imagefilm“

v.l.n.r.: Christoph Barre (Vorsitzender der IGS), Friedrich Schepsmeier und Dr. Alfons Bense als Vertreter des Aktionskomitees, Landrat und stellv. IGS-Vorsitzender Dr. Ralf Niermann Foto: (Maren Anacker/AGV):
v.l.n.r.: Christoph Barre (Vorsitzender der IGS), Friedrich Schepsmeier und Dr. Alfons Bense
als Vertreter des Aktionskomitees, Landrat und stellv. IGS-Vorsitzender Dr. Ralf Niermann Foto: (Maren Anacker/AGV):

Der alle zwei Jahre ausgeschriebene Preis wurde seit 1996 bereits zum 9. Mal ausgelobt. Er richtet sich an Personen, Vereine, Institutionen und Unternehmen, die sich in besonderer Weise um den Kultur- und Wirtschaftsraum Minden- Lübbecke verdient gemacht haben. Die Jury – bestehend aus der Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl, Landrat Dr. Ralf Niermann, der Leiterin des WDR Studios Bielefeld Solveig Münstermann, dem Superindendenten des Kirchenkreises Lübbecke Dr. Rolf Becker, Ex-Handballstar Herbert Lübking sowie dem IGS-Vorsitzenden Christoph Barre – stand erneut vor der schwierigen Aufgabe, aus der Vielzahl der eingegangenen Bewerbungen und Vorschläge den Preisträger zu ermitteln.

Letztendlich fiel die Entscheidung der Jury jedoch einstimmig: Der Preisträger in diesem Jahr ist das Aktionskomitee „Rettet die Weißstörche im Kreis Minden-Lübbecke“ e.V., das sich seit 1986 nahezu ausschließlich ehrenamtlich um den Erhalt und Ansiedlung der Weißstörche in der Region bemüht. Nachdem jahrzehntelang der Storchenbestand in Nordwestdeutschland sank, blieben in NRW um 1990 nur noch insgesamt drei Brutpaare übrig; sämtlich in den Weserdörfern des Kreises Minden-Lübbecke gelegen. Durch die Arbeit des Vereins konnten bereits ab Mitte der 1990er Jahre wieder steigende Weißstorchzahlen vermeldet werden. Durch Schaffung eines storchengerechten Lebensraumes und der gezielten Einrichtung von Nisthilfen konnten im „Rekordjahr 2012“ im Kreisgebiet Minden-Lübbecke 42 Horstpaare gezählt werden. Durch das ehrenamtliche Engagement der im Aktionskomitee zusammengeschlossenen Helfer und Unterstützer wird der Mühlenkreis Minden-Lübbecke überregional auch als „Storchenkreis“ wahrgenommen.

Für die Bürgerinnen und Bürger der Region ist der Weißstorch inzwischen ein nicht mehr wegzudenkendes regionales Identifikationsmerkmal geworden. Martina Grote, Geschäftsführerin der NRW-Stiftung in Düsseldorf wies in ihrer Laudatio nicht ohne Stolz darauf hin, dass die NRW-Stiftung seinerzeit zur Verbesserung des Lebensraumes für den Weißstorch im großen Umfang Flächen an der Weser und Bastau gekauft hat – nachdem dann das Aktionskomitee als langjähriger Partner der Stiftung die Errichtung und Unterhaltung der Nisthilfen übernahm, konnte im Jahr 2012 der nunmehr mit dem Förderpreis gewürdigte „Rekord“ erreicht werden.

Das Preisgeld von 10.000,- EUR soll für dringend notwendige Investitionen zum Schutz von Biotopen und Kleingewässern sowie für die Unterhaltung von Nisthilfen eingesetzt werden. Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl verwies in ihrem Grußwort darauf, welch große Vielfalt an preiswürdigen Vorschlägen sie alle zwei Jahre als Mitglied der Jury vorgelegt bekommt – in diesem Durchgang haben insgesamt 25 Vorschläge zur Auswahl gestanden. Letztendlich habe die gesamte Jury aber durch die einstimmige Entscheidung zum Ausdruck gebracht, dass der Leistung des Aktionskomitees für das Jahr 2012 mit dem Rekordbestand an Horstpaaren eine überragende Bedeutung beizumessen ist.

„Mit dem diesjährigen Preisträger haben wir aus meiner Sicht die richtige Wahl getroffen“, meint auch Christoph Barre. „Der große Erfolg dieses regionalen Artenschutzprogramms hat die Attraktivität und den Bekanntheitsgrad des Kreises Minden-Lübbecke erheblich gesteigert. Mit dieser Auszeichnung werden in besonderer Weise die langfristige, ehrenamtliche Arbeit und die damit verbundenen Verdienste um unsere Region gewürdigt“, freut sich der Inhaber der Lübbecker Privatbrauerei Barre in seiner Funktion als Vorsitzender der IGS.

Auch Landrat Dr. Ralf Niermann lobte das vielfältige Engagement in der Region: „Die wieder einmal große Resonanz am IGS-Förderpreis zeigt deutlich wie lebendig und vielfältig das bürgerschaftliche Engagement im Kreis Minden-Lübbecke ist. Das Ehrenamt kann gar nicht hoch genug gewürdigt werden, es stellt einen wichtigen Beitrag zum Leben bei uns im Mühlenkreis.“

André M. Fechner, der als Geschäftsführer des hiesigen Arbeitgeberverbandes satzungsgemäß auch die ehrenamtliche IGS-Geschäftsführung ausübt, wies auf Wichtigkeit der Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Minden-Lübbecke für die hiesigen Unternehmen hin. Anlässlich der diesjährigen Förderpreisverleihung feierte die Interessengemeinschaft Standortförderung Kreis Minden-Lübbecke e.V. das 20-jährige Bestehen. Gründungsinitiatorin Margrit Harting, die von 1993 bis 2003 die erste Vorsitzende der IGS war, würdigte in ihrem Grußwort die bisherige Arbeit und die Erfolge der Vereinigung für die Region. Zum Jubiläum wurde im Auftrag der IGS ein „Imagefilm“ für den Mühlenkreis Minden- Lübbecke produziert, der anlässlich der Förderpreis-Verleihung erstmals präsentiert wurde. Der knapp 8-minütige Imagefilm kann ab sofort auf der neu gestalteten Homepage der IGS unter www.igs-minden-luebbecke.de abgerufen werden.

Insbesondere die heimischen Unternehmen, Kommunen und Institutionen der Region sind eingeladen, den Film auf ihren Internetpräsenzen einzustellen. In der IGS sind alle elf Kommunen des Kreises Minden-Lübbecke, der Kreis selbst sowie diverse hiesige Unternehmen und Institutionen zusammengeschlossen. Der im Jahr 1993 gegründete Verein hat sich zum Ziel gesetzt, den Kreis Minden-Lübbecke überregional bekannter zu machen und dabei die Verbundenheit der Bürgerinnen und Bürger mit dem „Mühlenkreis“ zu stärken. Durch diverse Projekte – dies sind neben dem IGS-Förderpreis z. B. die regelmäßige Mitveranstaltung des LandArt-Festivals sowie die kreisweite Aufstellung der regionalen Mühlensymbole – agiert die IGS als Impuls- und Ideengeber zur weiteren Attraktivitätssteigerung des Kultur- und Wirtschaftsraums Minden-Lübbecke.