Eine Matratze kaufen: Worauf achten?

Menschen verbringen ein Drittel ihres Lebens im Bett. Somit liegt es auf der Hand, dass kein Möbelstück so häufig wie das Bett genutzt wird. Entsprechende Nutzungserscheinungen gehen natürlich nicht spurlos am Bett und der Matratze vorüber. Pro Jahr absorbiert eine Matratze durchschnittlich 500 Gramm an Hautschuppen sowie mehr als 170 Liter Schweiß. Dazu gesellen sich Milben, die in den Matratzen auf Dauer ihre eigenen Kolonien aufbauen.

Die Qual der Wahl

Dieser Besiedlung können Betroffene jedoch vorbeugen, indem sie auf eine gute Hygiene achten und ihre Matratze nach spätestens fünf bis acht Jahren wechseln. Auf der Suche nach einer neuen Unterlage haben Kaufinteressenten die Qual der Wahl. Um sich von der Konkurrenz abzuheben, produzieren Hersteller immer wieder Modelle mit neuen Namen und in unterschiedlichen Variationen. Umso wichtiger ist es, zu wissen, worauf es beim Kauf der Schlafunterlagen tatsächlich ankommt.

Quelle: Pixabay.com

Besonderheiten von Federkernmatratzen

Federkernmatratzen gelten als klassische Modelle, die sich aus einem fest miteinander verbundenen Geflecht aus Stahlfedern zusammensetzen. Deshalb bietet diese Matratze eine relativ schlechte Punkteelastizität und ist auch nur bedingt dafür geeignet, sich dem Körper während des Schlafs anzupassen. Bei einer Federkernmatratze besteht sogar ein erhöhtes Risiko dafür, während des Schlafs durchzuhängen. Unruhiger Schlaf oder Bandscheibenprobleme sind eine mögliche Folge.

Was ist eine Taschenfederkernmatratze?

Die Qualität einer Taschenfederkernmatratze ist um einiges besser als bei einer Federkernmatratze. Eine Besonderheit dieses Modells ist, dass einzelne Federn separat in Taschen eingenäht werden. Häufig arbeiten die Hersteller dieser Unterlagen sehr viele Federn ein, die außerdem noch einen unterschiedlichen Härtegrad aufweisen. Dadurch ergibt sich eine ansatzweise Punkteelastizität, die den Bedürfnissen des Durchschnittskörpers entspricht.

Hoher Komfort bei einer Tonnentaschen-Federkernmatratze

Eine Tonnentaschen-Federkernmatratze bietet einen besonders hohen Komfort. Diese Matratzen vereinen bis zu 2.000 Federn, so dass sich das Risiko des Durchhängens auf ein Minimum reduziert. Alle drei Formen der Federkernmatratzen besitzen gute Belüftungseigenschaften, da sich im Inneren der Federn große Hohlräume befinden. Deshalb sind die Unterlagen vor allem für Personen geeignet, die während des Schlafs stark schwitzen. Zusätzlich setzt bei allen Federkern-Varianten ein Federungseffekt ein, indem sich die Federung bei starker Belastung erhärtet. Die Unterschiede zwischen Taschenfederkernmatratze und Tonnentaschenfederkernmatratze können hier noch einmal genauer nachgelesen werden.

Nachteile aller Federkernmatratzen

Ein Nachteil aller Federkernmatratzen ist hingegen, dass die Unterlagen für elektrische oder verstellbare Lattenroste nur bedingt geeignet sind. Zudem betonen einige Experten, dass die einzelnen Federn ähnlich wie Handy-Antennen wirken. Deshalb sind die Schlafunterlagen auch nicht für sensible Personen geeignet, die auf Handystrahlung besonders sensibel reagieren. Kosten für diese Modelle variieren von 79 bis 999 Euro.

Details zu Kaltschaum- und Viskoschaummatratzen

Kaltschaum- und Viskoschaummatratzen zeichnen sich durch eine sehr gute individuelle Anpassung an den Körper aus. Deshalb bieten diese Unterlagen einen spürbar hohen Liegekomfort. Während Kaltschaummatratzen individuell auf den Druck des Körpergewichts reagieren, gehen Viskoschaummatratzen ein Wechselspiel mit Körperwärme ein. Aus dem Grund nehmen die Matratzen erst nach einiger Zeit wieder ihre ursprüngliche Form an. Diese Matratzen sind eine gute Wahl für alle Personen, die während des Schlafs gern in den Unterlagen „einsinken“. Andere Personen empfinden diesen Effekt eher als störend. Insbesondere ältere Menschen empfinden diese Schlafposition oftmals als unangenehm. Die Preise variieren in dieser Rubrik zwischen 99 und 1.299 Euro.

Wissenswertes zur Gelschaummatratze

Viele Anwender vergleichen Gelschaummatratzen mit einem Wasserbett, da diese Unterlagen ebenfalls ein Gefühl der Schwerelosigkeit vermitteln. Diesen Effekt erzeugt eine Gelschaum-Schicht. Ein Vorteil dieser Schlafunterlagen ist es, dass sich diese Modelle ebenfalls ideal dem Körper anpassen und deshalb mit guten ergonomischen Eigenschaften überzeugen. Insbesondere sind die Matratzen für Personen geeignet, die sich nachts relativ viel bewegen. Für an Übergewicht leidende Menschen sind die Schlafunterlagen jedoch nur bedingt geeignet, da diese vermutlich zu tief darin einsinken. Preise für diese Modelle schwanken von 200 bis etwa 450 Euro.

Die Wahl der richtigen Härteklasse

Matratzen werden in verschiedene Härtegrade separiert. Dieser Härtegrad bezieht sich auf die Festigkeit bzw. Widerstandsfähigkeit von Matratzen. Viele potenzielle Käufer haben im Hinterkopf, dass die Unterlagen besonders hart sein müssen. Doch aus medizinischer Sicht ist es besser, wenn der Körper so sehr einsinkt, dass die Wirbelsäule optimal gestützt werden kann. Deshalb gilt die Grundregel, dass eine individuelle Anpassung an den Körper umso schwieriger ist, je härter die Unterlage ist. Durchschnittswerten zufolge sollten Menschen mit einem Körpergewicht bis zu 75 Kilogramm Unterlagen der Kategorie H1 sowie Personen bis 85 Kilogramm der Kategorie H2 wählen. Während die Einordnung H3 für Menschen bis zu 95 Kilogramm geeignet ist, sind H4-Matratzen für Personen bis zu 130 Kilogramm eine gute Wahl. Alle Kaufinteressenten mit einem höheren Körpergewicht sind mit einer H5-Matratze gut beraten.

Online-Shop oder Probeliegen?

Eine Matratze im Online-Shop erwerben? Diese Option bietet Käufern mehrere Vorteile. Neben der unkomplizierten Lieferung ist die Auswahl an Matratzen im World Wide Web besonders groß. Wer stattdessen nicht aufs Probeliegen im Geschäft vor Ort verzichten möchte, sollte den Kauf vorzugsweise für den Vormittag einplanen. Weil die eigene Wahrnehmung im Laufe des Tages nachlässt, fällt es bei fortgeschrittener Stunde schwerer, Unterschiede zwischen den Matratzen zu bemerken. Gut zu wissen: Die Wahl des Härtegrads geht Hand in Hand mit der bevorzugten Schlafposition einher. Beispielsweise sind weichere Unterlagen für Seitenschläfer geeignet, da diese tiefer als Bauchschläfer einsinken.

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