Ex-Polizist droht Obdachlosem mit »Kalaschnikow«

Butzbach(mr). Am Schrenzer Berg in Butzbach bedrohte ein – nach eigenen Angaben – ehemaliger Polizist dem Bewohner einer Waldhütte mit den Worten „Ich habe eine Kalaschnikow und bringe dich um, wenn du mein Grundstück betrittst!“.

Das Zitat entstammt einem Reisebericht des Obdachlosen Max Bryan, der auf der Suche nach einer Wohnung mit dem Fahrrad quer durch Deutschland fährt und auch in Ostwestfälischen Minden Station machte und regelmäßig Berichte darüber auch ins Internet stellt.

Auf Nachfrage hin, ob der Ex-Polizist und heutige Senior-Chef einer Butzbacher Sauna-Landschaft die Bedrohung auch ernst gemeint hat, bestätigt dieser seine Äußerung.

Angeblich hatte der Senior-Chef einer Butzbacher Sauna-Landschaft Angst vor dem Obdachlosen, weil der um diese Jahreszeit in der Waldhütte nebenan schläft, „was um diese Jahreszeit sonst niemand tut“, so seine Begründung.

„Ich hatte Angst vor dir und du hattest Angst vor mir“, soll der Sauna-Chef zum Obdachlosen gesagt haben. Der vollständige Bericht wurde dieser Tage im Internet veröffentlicht.

Max Bryan kritisiert darin die Tatsache, dass der Sauna-Chef vermutlich generell und jedem droht, der um diese Jahreszeit in dieser Waldhütte übernachten will und genau das sei „verwerflich“.

Auch dass der Sauna-Chef den Obdachlosen von Beginn an duzte, zeige, dass er keinen besonderen Respekt gegenüber dem Berghütten-Bewohner hatte. „Er sah mich als Landstreicher und als Gammler, der bloß nicht auf die Idee kommen soll, seine Sauna-Landschaft zu betreten“, schreibt der Obdachlose in seinem Reisebericht.

Darin heißt es auch: „Was am Schrenzer Berg geschah, passiert jeden Tag und 1000 mal in Deutschland! Obdachlose werden ausgegrenzt, diskriminiert und runtergeputzt und nur wenige haben die Möglichkeit sich dagegen zu wehren“, beschreibt der Obdachlose Max Bryan die Situation. Seinen Reisebericht sehe er deshalb auch als Mittel zur Gegenwehr.

„Ich wehre mich und ich tue es stellvertretend für alle Menschen ohne Wohnung, die unter den Widrigkeiten der Obdachlosigkeit leiden“, begründet der aus Hamburger stammende Wohnungslose seine Veröffentlichung.

Max Bryan verließ die Hansestadt am 20. November mit dem Fahrrad und sucht entlang der Radstrecke eine für ihn bezahlbare Wohnung. Medien hatten bundesweit über die „Tour d´appartement“ berichtet (Hamburger Abendblatt / epd).

Weiter Informationen www.maxbryan.com