Minden-Lübbecke: Keine Ausweitung von Tempo 70 auf der B 482

Kreis-Minden-Lübbecke(mr). Die Landesregierung in Düsseldorf hält eine Ausweitung von Geschwindigkeits-begrenzungen von Tempo 70 auf der Bundesstraße B482 nicht für notwendig. Dieses geht aus einer offiziellen Antwort von NRW-Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) auf eine sogenannte Kleine Anfrage des FDPLandtagsabgeordneten Kai Abruszat (Porta Westfalica) hervor.

Der liberale Landtagspolitiker und Vorsitzende der Verkehrskommission im OWL-Regionalrat hatte nach der Anfang dieses Jahres zutage getretenen Unfallbilanz der Strecke vom Autobahnanschluss über Porta Westfalica und Minden bis nach Petershagen die Landesregierung nach weiteren umzusetzenden Maßnahmen der Verkehrssicherheit und Verkehrsüberwachung gefragt. In den Jahren 2006 bis 2011 gab es 18 Verkehrstote sowie etliche Unfälle mit zum Teil schweren Verletzungen. Nach Angaben der Landesregierung ist die B482 mit einem durchschnittlichen täglichen Verkehr von bis zu 25.500 Kraftfahrzeugen pro Tag besonders belastet. Da die unfallträchtigen Knotenpunktbereiche bereits aus Verkehrssicherheitsgründen auf Tempo 70 Geschwindigkeit beschränkt seien, wäre eine Ausweitung des Tempolimits im Zuge der dreistreifigen Verkehrsführungen (2+1) kontraproduktiv. Die Landesregierung wolle die Möglichkeit, langsamere Kraftfahrzeuge zu überholen, hierdurch nicht einschränken. Anderenfalls würde die Gefahr von unkontrollierten und verkehrsgefährdenden Überholvorgängen an anderen Stellen zunehmen. „Die Landesregierung hat bestätigt, dass von den Knotenpunkten auf der B482 das höchste Unfallpotential ausgeht“, erläutert Abruszat die amtliche Antwort auf seine Anfrage.

Darüber hinaus gehe es, so Abruszat weiter, darum, dass Maßnahmen eingeleitet werden, um die besonders gefährlichen sogenannten Gegenverkehrsunfälle in den 2+1-Verkehrsführungen zu verhindern. Die Landesregierung sehe hierbei die Anlage eines sogenannten „Verkehrstechnischen Mittelstreifens“ sowie weitere Präventivmaßnahmen, um die überproportional an Unfällen beteiligte Gruppe der 18 bis 24-jährigen anzusprechen.

Auf Abruszats Frage, ob behördliche Überwachungsmaßnahmen zur Kontrolle der Geschwindigkeit verstärkt werden sollten, äußerte Minister Michael Groschek, dass die Kreispolizeibehörden seit November 2011 eine sogenannte veränderte Fachstrategie zur Verkehrsunfallbekämpfung umsetzen würden. Darüber hinaus gebe es bereits jetzt eine intensive Verkehrsüberwachung durch vier stationäre Überwachungsanlagen, zwei mobile Messstellen der Straßenverkehrsbehörden sowie 14 mobile Messstellen mit Radar- und Lasermesstechnik der Kreispolizeibehörde.

Immer wieder ereignen sich auf der B 482 schwere Unfälle – Foto: Polizei

„Die Verkehrssicherheit auf dieser außerordentlich gefährlichen Bundesstraße bleibt auch weiterhin ein wichtiges Anliegen. Alle Akteure werden zu gegebener Zeit bewerten müssen, ob die Anstrengungen und Maßnahmen zur Verbesserung der Situation ausreichend sind“, so Abruszat abschließend.