Wesertorentwicklung Minden: „ECE hat uns nicht an der Nase herumgeführt“

Minden(mr). Bürgermeister Michael Buhre und Nikolaus Thätner erläuterten in einer Pressekonferenz die Probleme hinsichtlich des ECE-Projektes. Während die ECE Druck auf die Immobilieneigentümer in einer „letzten Verhandlungsrunde“ ausüben möchte, hat sich der Bürgermeister und die Fraktionsvorsitzenden der großen Fraktionen darauf geeinigt das Projekt zu stoppen. Die ECE habe nach Aussage von Thätner das Projekt nur auf Eis gelegt. Das  Interesse an der Stadt Minden sei weiterhin groß. Auch das Rathausquartier wurde wieder ins Gespräch gebracht. Die Vertreter der kleinen Fraktionen waren zur Pressekonferenz nicht geladen worden.

ECE will Minden nicht aufgeben

Die ECE will weitermachen die Stadt hat das Projekt zunächst gestoppt. Weiter lähmende Ungewissheit am Wesertor Foto: MR-Foto

Die ECE will weitermachen die Stadt hat das Projekt zunächst gestoppt. Weiter lähmende Ungewissheit am Wesertor Foto: MR-Foto

Nikolaus Thätner lobte den Standort Minden mit seiner hohen Einzelhandelszentralität. Das Problem seien die hohen Grundstückspreise die über 20% der Projektsumme lägen. Diese würde er gerne drücken – und zwar auf unter zwanzig Prozent.

Dies erläuterte der ECE-Projektentwickler auf Nachfrage. Er habe Minden auch noch nicht aufgegeben könne allerdings keinen Zeithorizont für eine Entwicklung garantieren. „Es könne noch ein bis zwei Jahre oder auch länger dauern“, erläuterte Thätner. Die Entscheidung das Projekt auf Eis zu legen sei in Hamburg erst am vergangenen Montag gefallen.

Die ECE, die nach eigenen Angaben bereits 3000000 Euro in das Projekt am Wesertor investiert habe wolle Minden allerdings nicht aufgeben. Eine Ansiedlung an einem alternativen Standort sei denkbar, hier wurde auch das Rathausquatier nicht ausgeschlossen.  Schuld am vorläufigen Scheitern des Projektes sei, dass in Minden nur „Kleinstadtmieten“ erzielt, aber die Grundstückseigentümer „Großstadtpreise“ verlangt haben sollen. Ferner seien für gewerbliche  Projekte die Baukosten erheblich gestiegen.

Planungsprozess wird eingestellt

Bürgermeister Michael Buhre  stellte heraus, dass das ECE-Center Konzept hervorragend sei. Die Rahmenbedingungen und die Bürgerbeteiligung seien vorbildlich gewesen. Auch die Verwaltung habe kompetent und engagiert am ECE-Projekt gearbeitet. „Der Investor hat uns auch nicht an der Nase herumgeführt“. Die Linke und Center-Kritker hatten der Verwaltung und SPD, CDU und FDP vorgeworfen, sich an der Nase herumführen zu lassen.

Allerdings könne sich Minden keine Hängepartie leisten, so Buhre weiter. Weiter verwies er darauf, dass der Handel weiter auf der „grünen Wiese“ expandiere, auf den Zuwachs im Onlinehandel, sowie in Großstädten ab 100000 Einwohner. Aus dem Grund eine Hängepartie zu vermeiden habe man sich nun entschlossen den Planungsprozess einzustellen. Wenn die ECE allerdings mit konkreten Plänen kommen würde, verdeutlichten die Fraktionvorsitzenden von SPD und CDU und auch Michael Buhre das man auch weiter mit ECE zusammenarbeiten wolle. Hier waren sich alle einig auch weiterhin mit ECE Kontakt halten zu wollen. Besonders betonte Buhre die stets vertrauensvolle und gute Zusammenarbeit mit dem Projektentwickler von der Alster.

 

ECE fühlt sich an Kostenübernahmevereinbarung gebunden

v. l. Lena Arendmeyer, Baubeiegeordneter Klaus Georg Erzigkeit,  Bürgermeister Michael Buhre, Projektentwickler Nikolaus Thätner, Bernd Müller(SPD), Ulrich Stadtmann(CDU) bei der gemeinsamen Pressekonferenz Foto: MR-Foto

v. l. Lena Arendmeyer, Baubeiegeordneter Klaus Georg Erzigkeit, Bürgermeister Michael Buhre, Projektentwickler Nikolaus Thätner, Bernd Müller(SPD), Ulrich Stadtmann(CDU) bei der gemeinsamen Pressekonferenz Foto: MR-Foto

Der Stadt Minden selbst sind durch den Planungsprozess, nach eigenen Angaben, 56000 Euro Kosten entstanden. Alles andere soll die ECE im Rahmen einer Kostenübernahmevereinbarung tragen. Daran sehe sich auch die ECE weiterhin gebunden, so Nikolaus Thätner auf Nachfrage der Mindener Rundschau. 

Alle Beträge sind allerdings wahrscheinlich noch nicht bei der Stadt Minden eingegangen. Auf diese Frage, antwortete Bürgermeister Michael Buhre, dass alles gerade „schlussgerechnet“ werde. Auch auf die Frage ob, neben den eventuell noch offenen Beträgen, das Geld, dass Professor Dr Christ für die Weserplatzplanungen mit einer Sphäre (Kugel) erhalten hatte schon übernommen und beglichen worden ist antwortete der ECE-Anwalt Thätner mit „I don´t know“.

Das diese Situation dem Image der ECE-Projektmangangement GmbH in Minden schaden könnte sorgt Nikolaus Thätner nicht. Auf eine Frage aus Richtung der anwesenden  Presse ließ er verlauten, dass das Image der ECE in der Bevölkerung für das Hamburger Unternehmen unerheblich sei.

1 comment for “Wesertorentwicklung Minden: „ECE hat uns nicht an der Nase herumgeführt“

  1. Jürgen Meier
    7. September 2013 at 18:39

    Meiner Ansicht nach schade, dass es der Stadtverwaltung und dem ECE nicht gelungen ist den Bereich Wesertor wieder eine Attraktivität zu geben.

    Was passiert jetzt mit den beiden Mitarbeitern (Frau Arendmeyer, Herr Gerling) der Stadtverwaltung die extra für dieses Projekt eingestellt wurden?
    Wie wir heute konstantieren müssen, hat sich der Aufwand dieser beiden Stellen nicht gelohnt. Im Sinne der Stadt Minden hoffe ich, dass keine weiteren Personalkosten bezüglich der ECE Entwicklung entstehen, die wir alle durch unsere Steuern ausgleichen müssen!

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