Minden: Preußen-Prinz bei den Mühlenkreis-Liberalen

Minden(mr/y). Wäre Deutschland heute noch eine Monarchie, hätte der Mühlenkreis am Sonntag sein Staatsoberhaupt zu Gast gehabt: Georg Friedrich Prinz von Preussen, Ururenkel des letzten Deutschen Kaisers und Königs von Preußen war im Victoria Hotel in Minden Hauptgast beim traditionellen Jahresempfang der Kreis-FDP. Der 38 Jahre alte Chef des Hauses Hohenzollern, studierter Betriebswirt und Vater von zwei Kindern, war auf Einladung des FDP-Landtagsabgeordneten Kai Abruszat nach Minden gekommen und gab einen tiefen Einblick in die Jahrhunderte alte Geschichte seiner Familie.

Georg Friedrich Prinz von Preussen, Ururenkel des letzten Deutschen Kaisers, erhält von FDP-MdL Kai Abruszat einen besonderen Fotodruck des Kaiser-Wilhelm-Denkmals an der Porta Westfalica. Foto: Priv

Georg Friedrich Prinz von Preussen, Ururenkel des letzten Deutschen Kaisers, erhält von FDP-MdL Kai Abruszat einen besonderen Fotodruck des Kaiser-Wilhelm-Denkmals an der Porta Westfalica. Foto: Priv

Dabei überzeugte er vor 250 Gästen besonders durch sein bescheidenes und bürgernahes Auftreten. Von Preussen plädierte für mehr Beständigkeit und traditionelle Werte. „Zahlreiche sogenannte preußische Tugenden können auch heute noch von Bedeutung sein“, hob von Preussen hervor. So seien beispielsweise Verlässlichkeit und Verantwortungsbereitschaft nicht zuletzt auch für Familienunternehmer ein unverzichtbarer Baustein erfolgreichen Wirtschaftens.

In seiner Begrüßungsrede forderte der gastgebende FDP-Kreisverbandsvorsitzende und Landtagsabgeordnete Kai Abruszat Bund und Land auf, die Städte und Gemeinden des Mühlenkreises bei der Flüchtlingspolitik nicht allein zu lassen. „Bei dieser gesamtgesellschaftlichen Herausforderung müssen die Kommunen finanziell endlich angemessen ausgestattet werden. Eine dynamisch wachsende Problemstellung benötigt auch eine dynamisch wachsende Unterstützung aus Berlin und Düsseldorf“, betonte Abruszat. Das Asylrecht sei in Deutschland ein unverzichtbarer Eckpfeiler der demokratischen Kultur. Wer als Opfer von Krieg, Flucht und Vertreibung Hilfe benötige, habe schon aus Gründen der Humanität, Schutz, Hilfe und Fürsorge verdient. Abruszat plädierte dafür, die Asylverfahren endlich zu beschleunigen. „Wer ein Asylverfahren erfolgreich durchläuft, kann auf konsequente Anerkennung und gelebte Integration setzen. Wer diesen Status nicht erreichen kann muss dann aber auch mit konsequenter Abschiebung rechnen“, betonte Abruszat angesichts der enorm steigenden Zahlen von Menschen, die insbesondere aus dem Kosovo nach Deutschland kommen und de facto keine Aussicht hätten, ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht zu erhalten.

Beim gemeinsamen Abschlussessen des Jahresempfangs stand dann doch noch einmal Preußen im Mittelpunkt: Die Anwesenden stärkten sich mit einer westfälischen Kartoffelsuppe unter Hinweis auf den „Kartoffel-Befehl“ Friedrich des Großen, wie Abruszat bei der Verabschiedung des Hohenzollern-Chefs bemerkte.