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Geheimdienstbeauftragter der Bundesregierung Fritsche in Minden

Minden(mr/sm).  „Die Fähigkeit zum Krisenmanagement auf nationaler Ebene kann nur einen Baustein unserer Sicherheitsarchitektur darstellen. Erst ein abgestimmtes und gemeinsames Handeln im europäischen Verbund ermöglicht es, die aktuellen Bedrohungen zu meistern“, resümierte der Mindener Bundestagsabgeordnete Steffen Kampeter, der als Schirmherr den Abend moderierte. Davon konnten sich auch die rund 160Zuhörerinnen und Zuhörer beim 46. Mühlenkreisgespräch der Konrad-Adenauer Stiftung im Mindener Preußen-Museum überzeugen.

Steffen Kampeter im Gepräch mit dem Geheimdiensbeauftragten der Bundesregierung Klaus-Dieter Fritsche Foto: KAS
Steffen Kampeter im Gepräch mit dem Geheimdiensbeauftragten der Bundesregierung Klaus-Dieter Fritsche Foto: KAS

Zu Gast war der Geheimdienstbeauftragte der Bundesregierung, Klaus-Dieter Fritsche, der bei seinem Besuch über die aktuelle Sicherheitslage in Deutschland sprach. Ihm obliegen die Steuerung und die Intensivierung der Zusammenarbeit aller Nachrichtendienste auf Bundesebene. Dazu gehören der Militärische Abschirmdienst (MAD), das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) und der Bundesnachrichtendienst (BND).

Einen besonderen Schwerpunkt setzte Fritsche in seiner Redeauf die Bedrohung der gemeinsamen europäischen Sicherheit, was ein gemeinsames Handeln in Europa in einer durchaus komplexen Sicherheitslage unabdingbar macht.Fritsche machte in seiner Rede drei Bedrohungslagen in Europa aus: Die Krise in der Ukraine, den internationalen Terrorismus und das menschenverachtende Vorgehen des sogenannten Islamischen Staates in Syrien und Irak und die Angriffe im Cyberraum. Letztere seien viel weniger im aktuellen Fokus der medialen Öffentlichkeit – aber nicht weniger gefährlich.

Der Geheimdienstbeauftragte betonte in seiner Rede, dass die Gewähr von Sicherheit im 21.Jahrhundert über eine bloße militärische Verteidigungsbereitschaft hinausgehe. Politischeund ökonomische Interdependenzen würden maßgeblich den Takt des Handelnsin den Hauptstädten der EU und in Brüssel bestimmen.

Im Anschluss an die Rede des Staatssekretärs im Bundeskanzleramt folgte eine durchaus kritische Diskussion mit den Gästen. Das Thema NSA wurde hierbei nicht ausgespart. Die Besucherinnen und Besucher konnten sich auch ein persönliches Bild des Geheimdienstbeauftragten der Bundesregierung machen, der in einem lockeren Dialog mit Steffen Kampeter über seine vielen vorherigen Stationen seiner beruflichen Laufbahn sprach. Zuvor war er u.a. von Dezember 2009 bis 2013 beamteter Staatssekretär im Bundesinnenministerium und von Oktober 1996 bis November 2005 war er Vizepräsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz.

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