Illegale Hanfplantage nach Schwelbrand entdeckt

Hanfplantage in Epelkamp - Foto:Polizei

Espelkamp. In einem Haus an der Brückenstraße in Espelkamp-Gestringen haben Polizei und Feuerwehr am Donnerstagvormittag nach einem Brand eine illegale Hanfplantage mit rund 850 Pflanzen entdeckt. Bei den Löscharbeiten kippte der Drogenanbau auf.

Ein entfernter Nachbar hatte gegen 11.30 Uhr aus dem abseits der B 239 liegenden Einfamilienhaus plötzlich Qualm aufsteigen sehen und die Rettungskräfte alarmiert. In einem der Erdgeschosszimmer war es zu einem Schwelbrand gekommen, den die Feuer schnell unter Kontrolle gebracht hatte. Ausgelöst hatte den Brand ein technischer Fehler in der selbst gebastelten Elektroanlage, die zur Versorgung der Canabispflanzen diente. Zunächst hatte die Polizei auf die Rückkehr des Mieters des ansonsten unbewohnten Hauses gehofft. Da eine nächtliche Observation ergebnislos verlief, sicherten die Beamten am Freitagmorgen zunächst die Spuren. Anschließend räumten sie die Indoor-Plantage aus. Die Pflanzen wurden mit einem Lkw zu einer Kompostanlage nach Hille gebracht, wo sie unter Aufsicht vernichtet wurden. Teiweise waren die Pflanzen durch das Feuer vernichtet worden, in einem Raum standen allerdings noch 350 von ihnen unversehrt.

Nach Einschätzung der Polizei hätten die in den drei Zimmer aufgezogenen Pflanzen noch etwa drei bis vier Wochen bis zu ihrer Ernte gebraucht. Zwar muss die Polizei noch den Wirkstoffgehalt der Hanfpflanzen ermitteln, der spätere Verkaufswert der Drogen hätte jedoch vermutlich bei rund 100.000 Euro gelegen.

Die gesamte Anlage zur Bewässerung, Beleuchtung und Belüftung der Pflanzen war professionell aufgebaut. Zur Tarnung waren geruchs- und sichthemmende Vorkehrungen getroffen worden. Unter anderem waren die Fenster zur Straße und dem Garten abgedunkelt. Überhaupt wirkte das gepflegte Grundstück abseits einer Wohnsiedlung unauffällig.

Der Vermieter des Hauses war völlig überrascht, als die Polizei ihm nicht nur über den Brand, sondern vor allem über den brisanten Fund unterrichtete. Er hatte das Haus Anfang des Jahres ahnungslos an einen Mann vermietet, welcher sich bei ihm als seriöser Geschäftsmann vorstellte. Der Mieter nannte einen ausländischen Namen und gab an aus dem Rheinland zu kommen. Nach ihm wird jetzt gefahndet.

Nicht zum ersten Mal entdeckt die Polizei im Kreis Minden-Lübbecke eine solch professionelle Indoor-Plantage. Im Februar 2008 stellten die Drogenfahnder 300 Hanfpflanzen auf einem einsam gelegenen Bauerhof in Preußisch Ströhen sicher und nahmen drei Verdächtige fest. Ende Oktober 2009 fanden sie dann in Stemwede-Niedermehnen sogar über 1000 dieser Pflanzen in einem Gebäude.