Mindener demonstrieren gegen Atomkraftwerk Grohnde

Mindener Demonstranten auf den Gleisen Foto: Michaela Mügge

Kreis-Minden-Lübbecke/Grohnde.Rund 70 Atomkraftgegner aus dem Mühlenkreis  haben Sonntag in Grohnde eine Abschaltung des Atomkraftwerks an der Weser gefordert.

Der BUND Minden – Lübbecke hatte zu dieser Protestaktion aufgerufen und die Fahrt nach Grohnde organisiert. „Der Mühlenkreis ist direkt bei einem schweren Störfall  im AKW Grohnde betroffen.  Er gehört zur Evakuierungszone“, sagt Lothar Schmelzer vom BUND Minden – Lübbecke. 
Zum Auftakt sprach BUND-Bundesvorsitzender Professor Dr. HubertWeiger am Bahnhof Emmerthal zu den Kernkraftgegnern „Wir Bürger müssen geschützt werden und nicht die Gewinninteressen von E.on und Konsorten“, rief der BUND-Vorsitzende  „Wir werden nicht nachlassen zu demonstrieren bis das letzte AKW auf dieser Erde vom Netz genommen worden ist,“ versichert Weiger den Demonstranten.
Atomenergie war ein Experiment zu Lasten der nächsten Generationen, so der BUND-Bundesvorsitzende.
Die Umweltschützer warfen den Kernkraftwerksbetreiben vor das Problem des verbauten Stahls „mit Neigung zu spontanen Rissen“ zu verharmlosen. Anschaulich zeigten sie in einer Dokumentation, dass an den Kühltürmen im Frühjahr großflächig der Beton abgebrochen sei.  Trotz der Probleme mit dem Stahl habe E.on im September 2007 jedoch beantragt die Leistung des Atomkraftwerkes Grohnde noch zu erhöhen.
Seit dieser Zeit werde eine Leistungserhöhung auf 4000 Megawatt von den Behörden geprüft. Kein anderes AKW in Deutschland habe eine Leistungserhöhung auf einen so hohen Wert bisher genehmigt bekommen.
Die Kernkraftgegner forderten das Aus für das AKW.  In Grohnde kommen  in dem von Eon betriebenen Kraftwerk auch Mischoxid(Mox)-Brennelemente mit einem hohen Anteil des hochgiftigen Plutoniums zum Einsatz. Die Anti Atom Aktivisten  bemängeln, dass Grohnde noch bis 2021 am Netz bleiben soll. 
Während das Haupttor des Kraftwerks nach der Demonstration durch eine angemeldete Mahnwache versperrt war,  hatten sich vier Kletter-Aktivistinnen von der Brücke der B83 abgeseilt.
Unter ihnen war auch Cécile Lecomte,  genannt das Eichhörnchen, die  Polizei und Demonstranten mit ihren akrobatischen Einlagen unter der Straßenbrücke in Sichtweite des Kernkraftwerks Grohnde unterhielt und Abschaltparolen skandierte. 
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