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Minden: Palliativstation und Förderverein bedanken sich bei Spendern

Kreis-Minden-Lübbecke/Minden(mr/sm).  Es liegt noch ein Duft von Waffeln in der Luft, als die drei Vorstände der Volksbanken im Mühlenkreis die Wohnküche auf der Palliativstation am Johannes Wesling Klinikum Minden (JWK) betreten. „Die Grünen Damen haben gebacken und allen Patientinnen und Patienten, die nicht mehr ihr Zimmer verlassen können, ein paar Waffeln vorbeigebracht“, erklärt Andreas Brümmer, Leiter der Palliativstation. Solche Alltäglichkeiten sind es, die in der Wohnküche stattfinden und die den schwerkranken Menschen, die hier behandelt werden, für einen Moment ein Gefühl der Normalität zurückgeben.

Den Spendern gebührt Dank

Nur dank der umfangreichen Unterstützung des Fördervereins „OnkoPall Minden e.V.“ war es möglich, die neue Palliativstation so gut auszustatten. Insgesamt kamen bisher Geld- und Sachspenden in einem Wert von 20.000 Euro zusammen. Alleine 10.000 Euro spendeten die Volkbanken im Mühlenkreis. Jetzt kamen die Vorstände der drei beteiligten Institute zu einem Besuch ins JWK, um sich einen Eindruck über die hier geleistete Arbeit zu verschaffen. Im Gepäck hatten Peter Scherf von der Volksbank Mindener Land, Wolfgang Hagemann von der Volksbank Schnathorst und Andreas Schwarze von der Volksbank Lübbecker Land, zwei symbolische Schecks über jeweils 5.000 Euro. „Wir sind den Volkbanken und auch der Firma Melitta, die uns mit einer Sachspende unterstützt hat, und all den anderen Spendern sehr dankbar“, betont Prof. Dr. Heinrich Bodenstein, erster Vorsitzender des Fördervereins „OnkoPall Minden e.V.“. „Ohne die große Spendenbereitschaft könnte hier nicht schon seit einem Vierteljahr so eine wichtige Arbeit in so einer angenehmen und häuslichen Umgebung geleistet werden.“

Warme Farben an den Wänden, große Fotos mit Blumenmustern auf den Fluren, ein gemaserter, holzartiger Fußboden, die Küche mit Sitz- und Polstermöbelecke – auf der Palliativstation am Johannes Wesling Klinikum Minden erinnert so wenig wie möglich an ein Krankenhaus, wie man es sich langläufig vorstellt. Hier sollen Menschen, die an einer nicht heilbaren, weit fortgeschrittenen Erkrankung mit begrenzter Lebenserwartung leiden, in einer Atmosphäre behandelt werden, die der häuslichen Umgebung so nah wie möglich kommt.

Angebot für Schwerstkranke
„Viele Menschen denken, eine Palliativstation sei das Gleiche, wie ein Hospiz“, erläutert Professor Dr. Martin Griesshammer, Chefarzt der Klinik für Hämatologie/Onkologie und Palliativmedizin am Johannes Wesling Klinikum in Minden, „dabei begleiten wir hier Menschen nur ein Stück auf ihrem letzten Lebensweg.“ Unheilbar erkrankte Menschen durchleben häufig Phasen, in denen es ihnen besser und Momente, in denen es ihnen sehr schlecht geht. In diesen Krisen treten häufig Atembeschwerden, starke Übelkeit oder enorme Schmerzen auf. „Da wir hier die Patienten unter ständiger medizinischer Aufsicht haben, können wir auch schon mal sehr hohe Dosen an Schmerzmitteln geben und die Patienten medikamentös neu einstellen. Nach etwa einer Woche sollen sie dann in der Regel das Klinikum wieder verlassen können“, erklärt der Chefarzt.

Das „normale“ Leben soll weitergehen

Die Palliativstation im JWK Minden verfügt über zehn Betten. Sie ist so angelegt, dass hier Patienten und ihre Angehörigen auch Platz zum alltäglichen Leben haben. Der Förderverein unterstützt dieses Anliegen. Eine Polstergarnitur oder eine komplette Küchenzeile konnten so beschafft werden. „Unser Traum ist, dass wir mit Hilfe des Fördervereins eine Hauswirtschaferin für wenige Stunden am Tag beschäftigen können“, erzählt Stationsleiter Andreas Brümmer. „Unsere Patienten haben häufig mit starker Übelkeit zu kämpfen, dennoch verspüren sie immer wieder Appetit auf bestimmte Dinge. Diese Mahlzeiten – und sei es Currywurst mit Pommes – hier zubereiten zu können, dass wäre wirklich toll.“

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