Bielefeld/Halle: Mordfall Nelli Graf noch immer ungelöst

Bielefeld/ Halle(mr/kpb). Eine 14-köpfige Mordkommission ermittelt nach wie vor im Mordfall Nelli Graf, die im Oktober 2011 zunächst spurlos verschwand und deren Leichnam im Februar 2012 in einem kleinen Wäldchen in Halle-Kölkebeck aufgefunden wurde. Wissenschaftler des Landeskriminalamtes in Düsseldorf fanden seinerzeit am Leichnam DNA-Spuren, die von einem bis heute unbekannten Täter stammen.

Mordkommission und Fallanalytiker des Landeskriminalamtes sind bei Bewertung des Falles übereinstimmend zu dem Schluss gekommen, dass die Tat von einer männlichen Person im Alter zwischen 18 und 60 Jahren begangen wurde, die zum Zeitpunkt des Verschwindens am 14.10.2011 in Halle aufhältig bzw. wohnhaft war. Ferner ist nicht ausgeschlossen, dass sich Täter und Opfer – wenn auch vielleicht nur ganz flüchtig – kannten.

Vor diesem Hintergrund wurde vom Amtsgericht Bielefeld ein Beschluss zur DNA-Reihenuntersuchung erlassen. Bis zum heutigen Tage haben rund 4.400 Männer aus Halle auf freiwilliger Basis eine Speichelprobe abgegeben, die durch das Institut für Rechtsmedizin in Münster untersucht und mit der DNA-Spur vom Leichnam verglichen wurde. Eine Übereinstimmung wurde dabei bisher nicht festgestellt.

Die Bielefelder Mordkommission will nichts unversucht lassen, die grausame Tat an Nelli Graf aufzuklären und hat sich deshalb entschlossen, den Massengentest noch einmal auszuweiten. Dabei setzt sie weiter auf die Mithilfe der Haller Bevölkerung. Betroffen sind noch etwa 2.200 männliche Einwohner Halles, die bisher noch nicht um die Abgabe einer Speichelprobe gebeten worden sind. Der vorliegende Beschluss des Amtsgerichtes Bielefeld umfasst auch diesen Personenkreis.

Die Betroffenen erhalten in den nächsten Tagen ein Anschreiben der Mordkommission, in dem sie um die freiwillige Abgabe einer Speichelprobe gebeten werden.

Die Entnahme der Proben soll in der Zeit vom 10.-13. Januar 2013 in den Räumen des Berufskollegs Halle an der Kättkenstraße erfolgen. Dabei erhoffen sich die Ermittlungsbehörden eine ähnlich große Teilnahme wie im letzten Jahr.