Einkaufscenter Wesertor Minden: „Gute Projekte halten auch schwere Stürme aus.“

Minden/Kreis-Minden-Lübbecke(mr). Die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) setzt sich mit Blick auf das geplante „ECE-Einkaufscenter” am Wesertor für eine Wahrung der Gesprächskultur ein und erinnert damit an die unlängst kontrovers geführte Diskussion zum angedachten Stadtbalkon im Umfeld des Centers. Dies sei gerade für das Einkaufscenter-Großprojekt erforderlich, das aufgrund seiner Dimensionen und Auswirkungen von allen Seiten beleuchtet und gut durchdacht werden müsse.

Das verlautete gestern (21. Februar 2013) bei der Präsentation der Kreisergebnisse der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage in der IHK-Zweigstelle Minden. Die IHK war dabei durch IHK-Vollversammlungsmitglied Karl-Heinrich Depenbrock, IHK-Handelsausschussmitglied Birgit Gärtner und den Mindener IHK-Zweigstellenleiter Karl-Ernst Hunting vertreten.

„Die IHK wird sich zukünftig mehrfach öffentlich zu unterschiedlichen Teilaspekten des geplanten Einkaufscenters am Wesertor in Minden äußern“, so Hunting. Öffentlich auch deshalb, weil der bisherige Vorlauf mit den Planungswerkstätten und dem Internetauftritt www.minden-gestalten.de von Stadt und Investor ebenfalls öffentlich ausgestaltet wurde.

wesertor-minden-2012Die IHK und möglicherweise auch andere Stimmen würden dabei Meinungen vertreten, die nicht in allen Punkten mit den Ansichten von Stadt und Investor deckungsgleich seien. Die IHK wünscht sich eine professionell-sachliche Aufnahme der Äußerungen und ihre Einbeziehung in das Abwägungsmaterial zu dem Projekt.

Bei einem Austausch über ein so wichtiges und bedeutendes Projekt für Minden müssten andere und abweichende Meinungen zulässig sein und geäußert werden können. Noch besser sei ein Schritt in die Offensive. Das sei die städtische Aufforderung und Ermunterung an alle Interessierten, sich auch abweichend zur offiziellen Meinung zu äußern. Dies sei eine wichtige Möglichkeit, um Fehlplanungen zu vermeiden. Hunting: „Gute Projekte halten auch schwere Stürme aus.“ Die vorgeschlagene offensive Vorgehensweise würde auch eher den durch Gesetz und Rechtsprechung vorgeschriebenen Beteiligungsschritten und Materialsammlungen für die angelaufene Bauleitplanung entsprechen.

Die Planungswerkstätten zur Centerplanung einschließlich Umfeld seien bisher verfahrenstechnisch voll von Investor und Stadt durchgeplant und kontrolliert gewesen. Es entstand über weite Strecken der Eindruck, dass eher Mitmachbeiträge und weniger Kritisches erwartet wurden.

Das sei einer der Gründe, warum Teile der Stadtgesellschaft bisher nur beobachtend teilnahmen oder sich erst gar nicht an den Planungswerkstätten beteiligten. Hunting: „Wir erinnern daran, dass die Nichteinbeziehung kritischer Stimmen damals letztendlich wesentlich zum Scheitern des Centerprojektes Domhofgalerie beitrug.“

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