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Hüllhorst: „Die Zukunft der Deutschen Wurlitzer ist gesichert“

Hüllhorst(mr(y).Die Deutsche Wurlitzer GmbH ist saniert. Geschäftsführer Thorsten Stoermer informierte am heutigen Mittwoch die Belegschaft des Unternehmens darüber, dass die gerichtlich einberufene Gläubigerversammlung gestern dem Insolvenzplan ohne Gegenstimmen zugestimmt hat. „Damit ist die Zukunft der Deutschen Wurlitzer GmbH gesichert“, sagte Stoermer den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Unternehmens.

Gläubigerversammlung stimmt Insolvenzplan zu

WurlitzerAm gestrigen Dienstag, 10. September 2013, fand die vom Amtsgericht Bielefeld einberufene Gläubigerversammlung statt. Alle Gläubiger stimmten dem Insolvenzplan zu. Dieser enthält u. a. auch einen Verzicht auf Teile von Forderungen, der für die weitere Zukunft des Unternehmens notwendig war, um die Sanierung zu ermöglichen. Damit befindet sich das Unternehmen wieder im normalen Geschäftsbetrieb, die Phase der Insolvenz ist abgeschlossen. Grundlage für die Gläubigerversammlung war der Mitte August 2013 beim Amtsgericht Bielefeld eingereichte Insolvenzplan, der von Dr. Jürgen Bremer, Rechtsanwalt und Sanierungsberater der Kölner Kanzlei Luther Rechtsanwälte, erarbeitet worden war. Der im Rahmen der Insolvenz in Eigenverwaltung seit Februar 2013 gerichtlich eingesetzte Sachwalter, der Herforder Rechtsanwalt und Wirtschaftsprüfer Hans-Peter Burghardt, hatte das Verfahren positiv begleitet und dem Insolvenzplan zuvor zugestimmt. Dieser basierte auch auf dem Sanierungskonzept für das Unternehmen, das in den vergangenen Monaten durch den Geschäftsführer Thorsten Stoermer entwickelt worden war. Im Insolvenzplan wird die Einigung zwischen den Gläubigern des Unternehmens und dem Unternehmen selbst festgehalten. Die Zustimmung der Gläubigerversammlung zum Insolvenzplan ist die zentrale Voraussetzung, um das Unternehmen zurück in die normale Geschäftstätigkeit zu überführen.

Geschäftsführung: „Die Zukunft der Deutschen Wurlitzer ist gesichert“

„Die Zukunft der Deutschen Wurlitzer ist gesichert“ – mit diesem Statement eröffnete Thorsten Stoermer, Geschäftsführer des Unternehmens, die kurzfristig für den
11. September einberufene Mitarbeiterversammlung. „Das Insolvenzverfahren liegt hinter uns, wir können jetzt neu starten“, sagte Stoermer. Gleichzeitig seien die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass der Interessenausgleich und Sozialplan, der zuvor mit der Arbeitnehmervertretung vereinbart worden war, umgesetzt werden kann. Die insgesamt rund 70 vom Personalabbau betroffenen Mitarbeiter haben jetzt die Möglichkeit, innerhalb einer Transfergesellschaft Qualifizierungsangebote für die Vermittlung in neue Beschäftigungsverhältnisse zu nutzen. Im Mai 2013 hatte das Unternehmen bekannt gegeben, einen der beiden Geschäftsbereiche – den Bereich Musikautomaten – schließen zu müssen. Mangelnde Absatzchancen in Zeiten von iPod und mp3 sowie eine verbindliche Auflage des früheren US-amerikanischen Eigentümers führten zu dieser Entscheidung. Der Abbau von rund 70 Arbeitsplätzen war dadurch unvermeidbar.

Kerngeschäft: Herstellung und Vertrieb von Verkaufsautomaten

Die Deutsche Wurlitzer stellt Verkaufsautomaten her, wie sie zum Verkauf von Snacks und Getränken an Bahnhöfen und Flughäfen, im Lebensmittel-Einzelhandel sowie zur Werkzeugausgabe in Industriebetrieben eingesetzt werden. Das Unternehmen verfügt über langjähriges Know-how in diesem Geschäftsbereich. Der Vertrieb erfolgt überwiegend in Deutschland sowie in Europa. „Nach der erfolgreichen Sanierung können wir uns jetzt voll auf die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb von Verkaufsautomaten und Ersatzteilen konzentrieren“, sagte Geschäftsführer Thorsten Stoermer. Auch während der Sanierungsphase habe es erfolgversprechende Vertriebsgespräche gegeben, so Stoermer, gleichzeitig sei die Zurückhaltung potenzieller neuer Kunden in dieser Zeit verständlich. „Es geht jetzt darum, das vorhandene Know-how und die verbesserten Strukturen im Unternehmen zu nutzen, um perspektivisch auch wieder zu wachsen. Das ist unser erklärtes Ziel“, sagte Stoermer.

Sachwalter Burghardt: „Erfolgreiches Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung“

Im Februar 2013 stellte das Unternehmen einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung. Das Unternehmen wurde seitdem von der bestehenden Geschäftsführung weitergeführt und von einem gerichtlich eingesetzten Sachwalter begleitet. Rechtsanwalt und Wirtschaftsprüfer Hans-Peter Burghardt, Herford, der vom Amtsgericht Bielefeld als Sachwalter eingesetzt war, sagte anlässlich der Gläubigerversammlung am 10. September: „Es freut mich für das Unternehmen, dass die Phase der Insolvenz durch eine erfolgreiche Sanierung beendet werden konnte. Die Eigenverwaltung in der Insolvenz war der richtige Weg. Der Geschäftsbetrieb lief stabil weiter, und das Management verfügte über ein tragfähiges Sanierungskonzept, das letztlich auch alle Gläubiger überzeugt hat. Einer erfolgreichen Zukunft der Deutschen Wurlitzer steht jetzt nichts mehr im Wege“.

Zum Hintergrund

Die Deutsche Wurlitzer GmbH hatte im Februar 2013 einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. In den vorausgegangenen Jahren hatte das Unternehmen jeweils hohe Verluste erwirtschaftet. Ende Januar 2013 erfolgte der Verkauf des Unternehmens durch den US-amerikanischen Eigentümer, die Gibson Guitar Corporation, Nashville/Tennessee, an ein Team deutscher Sanierungsexperten. Damit konnte die drohende Schließung des Unternehmens in letzter Minute abgewendet werden. Am 1. Mai 2013 eröffnete das Amtsgericht Bielefeld das Insolvenzverfahren und bestätigte die Eigenverwaltung durch die Geschäftsführung während der Insolvenzphase sowie Rechtsanwalt und Wirtschaftsprüfer Hans-Peter Burghardt, Herford, als Sachwalter. Am 10. September 2013 stimmten alle Gläubiger dem Insolvenzplan zu. Damit hob das Amtsgericht Bielefeld das Insolvenzverfahren für die Deutsche Wurlitzer GmbH nach der Sanierung auf.

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