Minden: „Einsatz von Schulsozialarbeitern hat sich bewährt“

Minden(mr/sm). „Der Einsatz von Schulsozialarbeiter/innen an Grundschulen hat sich bewährt und kann gut ein Jahr nach der Einführung als erfolgreich bezeichnet werden“, streicht Bürgermeister Michael Buhre heraus. Waren im Schuljahr 2012/13 „nur“ zwei Stellen für die Sozialarbeit an vier Grundschulen vorgesehen, so sind es seit Anfang September 2013 vier. „Das macht deutlich, dass hier Bedarf besteht“, so der Bürgermeister. Die Verwaltung wolle das Projekt in jedem Fall fortführen.

uf die Plätze, fertig, los! Die Schulsozialarbeiter/innen in Startposition zu den „Übergängen“ - einer der Schwerpunktthemen (von links): Yvonne Haake (Grundschule Mosaikschule), Aneka Thon (Grundschule Eine Welt Schule), Kerstin Trawny (Grundschule Cornelia-Funke-Schule und PRIMUS-Primarbereich), Alena Meyer (Grundschule Hohenstaufenschule), Guido Niemeyer (Hauptschule Todtenhausen), Ekko van der Made (Freiherr-von-Vincke-Realschule) und Verena Lade (Käthe-Kollwitz-Realschule). Es fehlt: Tatjana Römpke von der Hauptschule Minden-Süd.
Auf die Plätze, fertig, los! Die Schulsozialarbeiter/innen in Startposition zu den „Übergängen“ – einer der Schwerpunktthemen (von links): Yvonne Haake (Grundschule Mosaikschule), Aneka Thon (Grundschule Eine Welt Schule), Kerstin Trawny (Grundschule Cornelia-Funke-Schule und PRIMUS-Primarbereich), Alena Meyer (Grundschule Hohenstaufenschule), Guido Niemeyer (Hauptschule Todtenhausen), Ekko van der Made (Freiherr-von-Vincke-Realschule) und Verena Lade (Käthe-Kollwitz-Realschule). Es fehlt: Tatjana Römpke von der Hauptschule Minden-Süd.

Weitere Sozialarbeiter/innen im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepakets gibt es auch an den Hauptschulen Minden-Süd und Todtenhausen sowie an den beiden Realschulen. Ziele der Sozialarbeit an Grundschulen sind die Förderung und Stärkung der sozialen Kompetenzen, individuelle Unterstützung beim Übergang in die weiterführenden Schule, die Einbindung der Eltern zur Unterstützung des Kindes und regelmäßiger Schulbesuch. Das ist so im Positionspapier für die Sozialarbeit an Schulen im Kreis Minden-Lübbecke festgehalten.

Ganz praktisch sieht das so aus: „Wir informieren über die Leistungen des Bildungs- und Teilhabepaktes, sprechen die Schülerinnen und Schüler direkt an, ermitteln Förderbedarfe, gehen auch mit den Unterricht, bieten Gruppenarbeit und AGs an“, fasst Kerstin Trawny, Sozialarbeiterin an der Cornelia-Funke-Schule und für den PRIMUS-Primarbereich zusammen. Ihre drei Kolleginnen sind an den Grundschulen Mosaikschule, Hohenstaufenschule und Eine-Welt-Schule tätig – alles Einrichtungen mit einem hohen Anteil von Kindern, die einen Migrationshintergrund haben.

Noch immer gebe es viele Eltern oder Alleinerziehende, die das Bildungs- und Teilhabepaket nicht kennen, so Trawny. So können beispielsweise Zuschüsse für Sport- und Bildungsangebote oder Kurse an Musikschulen, Lernmittelunterstützung sowie Zuschüsse für Klassenfahrten und Ausflüge beantragt werden. „Das sagen wir den Kindern und versuchen es auch, den Eltern zu vermitteln“, weiß die Diplom-Sozialarbeiterin, die zuvor im Kinderhort und im städtischen Kinder- und Jugendkreativzentrum Anne Frank gearbeitet hat.

Pro Grundschule werden rund 20 Kinder intensiv betreut, aber die Sozialarbeiterinnen sind auch für alle anderen da. So gibt es feste Sprechzeiten und zusätzliche Angebote, wie einen Hörclub und spielpädagogische Gruppenarbeit sowie Sozialtraining. Auch Elterncafés, wie das an der Mosaikschule, werden begleitet. „Das Angebot zur Beratung und zu Gesprächen wird sehr gut angenommen. Auch hat sich die Zahl der Anträge auf Mittel aus dem Bildungs- und Teilhabepaket innerhalb eines Jahres in Minden erhöht“, so Kerstin Trawny.

Zu den Zielgruppen gehören „Anspruchsberechtigte des Bildungs- und Teilhabepaktes“, also Kinder aus Familien, die staatliche Leistungen erhalten, sowie ressourcenarme Schülerinnen und Schüler. Diese werden intensiv betreut und individuell gefördert. „Interessant ist, dass der Hauptanteil bei den Kontakten zu Kindern aus deutschen Familien liegt“, so Trawny. Das habe der Kreis Minden-Lübbecke im Rahmen einer Statistik ausgewertet. Kontakte werden im Schwerpunkt bei Verhaltensauffälligkeiten, familiären Problemen und schlechten schulischen Leistungen aufgenommen.

Die Stadt Minden, der Kreis und auch das Land NRW setzen sich dafür ein, dass die Schulsozialarbeit, die aus Mitteln des Bildungs- und Teilhabepakets der Bundesregierung bezahlt wird, sichergestellt wird. Die bis zum 31. Dezember 2013 befristeten Mittel sollen entfristet und auch weiter für diese Leistung zur Verfügung stehen. Eine entsprechende Resolution hat im Juli auch der Rat der Stadt Minden mit großer Mehrheit verabschiedet. „Eine Entscheidung hierzu ist beim Bund noch nicht gefallen“, berichtet Horst Grüner, Leiter des Bereiches Bildung und Sport bei der Stadtverwaltung. Die Mittel aus dem Bildungs- und Teilhabepaket in Minden reichten für die Finanzierung aller Stellen bis zum Ende des Schuljahres 2013/2014.

„Mit dem Ansatz früher und zielgerichteter Hilfen im Primarbereich eröffnet die neue Schulsozialarbeit insbesondere Kindern aus bildungsfernen Haushalten einen besseren Zugang zu Bildung und Teilhabe“, heißt es in der von der SPD-Fraktion eingebrachten Resolution des Mindener Rates. Das kann Kerstin Trawny nur bestätigen. „Wichtig ist uns Sozialarbeiterinnen an den Grundschulen vor allem, dass die Förderung erfolgreich ist und der Übergang in die weiterführende Schule gelingt“, so die Diplom-Sozialarbeiterin abschließend.

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