Jedes fünfte Kind im Kreis-Minden-Lübbecke hat Sprachdefizite

Düsseldorf/Kreis-Minden-Lübbecke/mr/kpb). Jedes fünfte Kind im Alter von vier Jahren im Kreis Minden-Lübbecke hat einen zusätzlichen Bedarf an vorschulischer Sprachförderung. Das geht aus einem aktuellen Datenmaterial hervor, welches der heimische FDP-Landtagsabgeordnete Kai Abruszat jetzt von NRWSchulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) erhalten hat. An dem sogenannten Sprachtest „Delfin 4“, mit dem auf spielerische Weise die Sprachkompetenz von Kindern ermittelt werden soll, haben im Jahre 2012 insgesamt 2.767 Kinder im Alter von vier Jahren in den Kindertagesstätten im Kreis Minden-Lübbecke teilgenommen.

Bei 532 Kindern wurde dabei ein zusätzlicher Sprachförderbedarf festgestellt. Der Delfin-Test soll mit Blick auf unterschiedliche Bereiche sprachlichen Handelns ermitteln, ob die Sprachentwicklung der Kinder altersgerecht ist.

„Die Beherrschung der deutschen Sprache ist eine wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Bildungsbiographie in unserem Land. Nur dann ist eine Chancengleichheit zu Beginn der Schulzeit überhaupt möglich“, hebt Abruszat die Bedeutung altersgerechter Sprachkenntnisse und altersgemäßer Sprachentwicklung in der deutschen Sprache hervor.Es sei daher notwendig, dass dem Landtag und den Kommunen im Mühlenkreis ein umfassendes Bild auch über die lokalen Ergebnisse dieser Sprachstandsfeststellungen ermöglicht werde.

Eine detaillierte Information über die quantitative und strukturelle Entwicklung biete auch den Akteuren im Bereich der Kommunalpolitik und den Kindertageseinrichtungen die Gelegenheit, die pädagogische Arbeit kontinuierlich im Interesse der Kinder weiterzuentwickeln. Abruszat weist darauf hin, dass die Tageseinrichtungen im Mühlenkreis entsprechende Sprachförderprogramme einsetzen und bei den Qualitätskriterien einen hohen Maßstab anlegen, um sich der Herausforderung frühkindlicher Bildungsprozesse zu stellen.

„Der Anteil an Kindern mit zusätzlichem Sprachförderbedarf liegt im Mühlenkreis in etwa auf dem Gesamtniveau des Regierungsbezirks“, führt Abruszat, der auch nach Vergleichszahlen im Regierungsbezirk und landesweit nachgefragt hatte, weiter aus. NRW-weit sei der zusätzliche Sprachförderbedarf allerdings höher als im Kreis Minden-Lübbecke. 2012 wurde landesweit bei 38.319 Kindern ein zusätzlicher Sprachförderbedarf festgestellt. Damit hatte in Nordrhein-Westfalen sogar jedes vierte Kind im Alter von vier Jahren keine altersgerechte sprachliche Entwicklung.

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