Minden: Campus Minden wirbt 120.000 Euro Drittmittel für Pflegelabor ein

Minden (mr/fhb). Die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt eine videogestützte Lernumgebung im so genannten „Skills Lab”. „Konzeption und Einrichtung einer videogestützten Lernumgebung für pflegerische Handlungsprozesse”: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert unter diesem Namen einen Antrag im Rahmen ihres Programms „Großgeräte der Länder” und stellt der Lehreinheit Pflege und Gesundheit der FH Bielefeld 120.000 Euro zur Verfügung.

Geld für eine professionelle Videoübertragungsanlage mit Bild- und Tonaufzeichnung, Bearbeitungsprogrammen und Schnittplatz. Pflegewissenschaftler Prof. Dr. Matthias Mertin: „Wir sind hoch erfreut über diese Zusage. Wir werden damit in die Lage versetzt, unsere pflegepraktischen Studienanteile merklich zu verbessern und abzurunden.” Der Antrag ist einer von mehreren, die von den Fachbereichen am Campus Minden gestellt wurden.

Skills-Lab-Grossgeraet
Können demnächst die Handlungssicherheit am Pflegebett noch besser dokumentieren (v. l.): Prof. Dr. Matthias Mertin, Tanja Grasmäher, Anne-Kathrin Seegert und Jutta Marx. Foto: FH-Bielefeld

Mertin ist Hauptverantwortlicher im Skills Lab, einem Labor, in dem die Studierenden des dualen Studiengangs ‚Gesundheits- und Krankenpflege‘ ihre Fertigkeiten am Pflegebett üben. Auf dem Campus Minden ist das Skills Lab eine nahezu funktionstüchtige Krankenhausstation mit drei Zimmern. Tanja Grasmäher, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Skills Lab: „Wir schulen hier die Fähigkeiten in verschiedenen Pflegesituationen. Unsere Studierenden sollen Handlungssicherheit gewinnen, und natürlich dürfen sie sich hier auch ausprobieren und Fehler machen.”

Diese Fehler gilt es zu erkennen und abzustellen. Dabei soll die neue Videoüberwachung entscheidend helfen. Dazu werden ein Krankenhaussetting und ein Beratungssetting im Skills Lab mit einseitigen Spiegeln sowie einer Kamera- und Tontechnik ausgestattet. Die Studierenden am Pflegebett können nun mit der Kamera erfasst werden, ohne sich ständig beobachtet zu fühlen. Jeder Handgriff, jede Reaktion auf eine Äußerung des Patienten – hier sind es Simulations-Puppen -, jeder eigene Kommentar wird aufgezeichnet und später analysiert. Jutta Marx, Fachbereichsreferentin des Bereichs Pflege und Gesundheit: „Die Studierenden sind in einem geschützten Raum. Sie lernen im berufstypischen Setting am Bett oder in der Beratung und werden so fit gemacht für die Pflege- und Beratungspraxis. Jetzt können wir jeden einzelnen Schritt aufzeichnen, mit dem Studierenden reflektieren und, wenn nötig, auf Handlungskorrekturen hinweisen.”

Die Simulations-Puppen sind technisch hochgerüstete Kommunikationspartner, die auch in der Medizinerausbildung eingesetzt werden. Ihnen kann eine Magensonde gelegt werden, Blutdruck kann gemessen und Wunden können versorgt werden. Und sie sind sogar sprechfähig. Anne-Kathrin Seegert, Lehrkraft für besondere Aufgaben: „Für uns ist es wichtig, dass die Studierenden sowohl ihr pflegerisches Geschick entwickeln als auch ihre kommunikativen Fähigkeiten ausbauen. Beides kann mit moderner Übertragungstechnik bestens unterstützt werden.”

Professor Matthias Mertin sieht in der DFG-Förderung eine nachhaltige Anerkennung der Arbeit im dualen Modellstudiengang ‚Gesundheits- und Krankenpflege‘: „Mit unserer Ausstattung im Skills Lab und dem neuen Großgerät sind wir im Pflegebereich im bundesweiten Vergleich sehr gut aufgestellt.”