Kommentar zu den Folgen von Fukushima

Hallo zusammen,

ich bin gerade aus dem Krankenhaus zurück gekehrt. Dort habe ich aufmerksam die Nachrichten aus Japan weiter verfolgt. Es hat mich sehr erschüttert, wie die Welt von einer kleinen Interessengruppe, die offensichtlich über die internationale Atomaufsichtsbehörde, die von der international vernetzten Atomlobby beherrscht wird, bezüglich der Vorgänge im Atomkraftwerk in Fokushima systematisch hinters Licht geführt wird.

Wie ihr alle sicher wisst, bin ich jahrzehntelang Fachberater ABC im Katastrophenschutzstab und Leiter der atomaren Melde- und Auswertestelle beim Märkischen Kreis gewesen, kann also sehr gut beurteilen, wie die Informationen zu werten sind, die uns aufgetischt werden. Es ist sehr eindeutig, dass der Öffentlichkeit in diesem Fall nur das offen dargestellt wird, was sich selbst unter größtem Bemühen nicht verheimlichen lässt.

Bereits am ersten Tag der Havarie des Kraftwerks, spätestens als die erste Wasserstoffexplosion eintrat, war für Experten eigentlich klar, dass in dem betreffenden Reaktor bereits eine Teilkernschmelze eingetreten sein musste. Dies bestätigte sich, als größere Mengen radioaktiven Jods, Caesiums, Strontiums und anderer langlebiger Isotope außerhalb des Kernkraftwerks gemessen wurden. Bis heute wird das nicht in vollem Umfang zugegeben, sondern man spricht bis heute von einer „möglicherweise eingetretenen Teilkernschmelze“. Fakt ist, dass in den Reaktoren 1 bis 4 mit tödlicher Sicherheit eine Kernschmelze in vollem Gange ist und es in der jetzigen Situation eines Wunders bedarf, wenn man einen absoluten Supergau noch stoppen will. Fakt ist auch, dass die Menge an Radioaktivität, die in diesem laufenden Prozess bereits frei geworden ist, mit Sicherheit jetzt schon an die Situation in Tschernobyl zumindest heranreicht, wenn nicht gar überschreitet, denn wir haben es hier nicht mit einem, sondern 4 beschädigten Reaktoren zu tun. Gelingt es in aller kürzester Zeit nicht, diesen Prozess zu stoppen, so wird eine Menge an Radioaktivität frei werden, die das Ereignis in Tschernobyl bei Weitem in den Schatten stellen wird, denn in diesem Kernkraftwerk ist ein vielfaches an radioaktivem Material im Vergleich zu Tschernobyl vorhanden. Und nur zum Vergleich: In Tschernobyl ist 1.500 mal soviel radioaktives Material in die Umwelt gelangt wie bei der Hiroshima-Bombe!

Dass bereits jetzt gigantische Mengen radioaktiven Materials in die Umwelt gelangt sind, kann man daran erkennen, dass heute in Deutschland eine erhöhte Strahlenbelastung der Luft nachweisbar ist.

Diese Menge ist zwar noch sehr gering, aber bei der Tschernobyl-Katastrophe hat es fast 14 Tage gedauert, bis die Radioaktivität in Deutschland signifikant anstieg, und Tschernobyl lag im Vergleich zu Fokushima sozusagen um die Ecke – und wir hatten damals überwiegend Ostwind!

Ein weiteres Anzeichen dafür, dass die Angaben von Regierung und Presse widersprüchlich sind und man die Tatsachen bewusst verschleiert ist die Geschichte mit den beiden Helfern am Kraftwerk Fokushima, die letztlich durch radioaktive Strahlung verseucht worden sind und mit schweren Verbrennungen der Haut ins Krankenhaus kamen. Angeblich haben sie in radioaktiv verseuchtem Wasser gestanden und angeblich betrug die Strahlendosis die sie abbekommen haben 180 Millisivert. Diese Geschichte ist irrwitzig:

Der zugelassenen Grenzwert für in Deutschland im Einsatz befindlicher Rettungskräfte im Katastrophenfall beträgt 250 Millisivert. Dieser Grenzwert wurde nach den Erfahrungen aus Hiroshima, den oberirdischen Atombombenversuchen und diversen Tierversuchen festgelegt. Basis war eine statistische Erfassung von Auswirkungen akuter Strahlenschäden auf den Körper: Bei bis zu 250 Millisivert sind akute Strahlenschäden nicht nachweisbar. Ab 500 Millisivert sind Übelkeit, Reizungen der Schleimhäute usw. bei 50 % der betroffenen Personen nachweisbar, Tote aufgrund akuter Strahlenschäden gibt es bei dieser Belastung noch nicht. Ab 1000 Millisivert gibt es die ersten schweren Erkrankungen. Bei 2500 Millisivert kommt es bei einem höheren Prozentsatz der Betroffenen zu schweren Schäden und es gibt erste Todesopfer innerhalb von 4 Wochen. So richtig gefährlich, mit akuten Hautverbrennungen und ca. 50 % Toten innerhalb von 2 bis 4 Wochen wird es ab 5000 Millisivert aufwärts.

Damit keine Irrtümer auftreten: Wir reden hier von akuten Strahlenschäden, nicht von Langzeitschäden. Akute Strahlenschäden treten auf, wenn man durch Gammastrahlung von außen „bestrahlt“ wird oder Beta-Teilchen sich direkte auf der Haut oder dem Schutzanzug ablagern und auf den Körper einwirken. Alpha-Teilchen sind, solange man sie nicht in den Körper bekommt, in diesem Fall verhältnismäßig harmlos. Beseitigt man die Strahlenquellen, so ist die Belastung weg und der Körper kann sich erholen, wenn er nicht zu viel abbekommen hat. Genau so ist es ja auch, wenn man sich einer Röntgenuntersuchung unterzieht. Nimmt man aber Teilchen durch Luft, Nahrung oder Wasser im Körper auf, so werden gerade Caesium und Strontium im Knochengewebe abgelagert. Jod reichert die Schilddrüse an. Man wird also selbst zum radioaktiven Strahler.

Die Strahlung schädigt den Körper dauerhaft von innen. Auch hier hat man Grenzwerte festgelegt. Diese sind aber rein willkürlich. Es reicht, dass man ein einziges Teilchen über Wasser oder Nahrung aufnimmt, sich dieses im Gewebe ablagert und dort über Jahre hinweg strahlt.

Dieses eine Teilchen kann eine Zelle in ihrem Teilungsprozess so schädigen, dass dadurch Krebs ausgelöst wird.

Der Bund der Ärzte gegen den Atomkrieg hat daher schon immer davor gewarnt, die Gefahren durch Festlegung von Grenzwerten zu verharmlosen. Grenzwerte dienen nur dazu, dass die Atomlobby ihr Teufelswerk überhaupt weiter fortsetzen kann. Und das Argument, dieses, was ich hier schreibe, sei wissenschaftlich nicht bewiesen, hat folgenden Hintergrund: Es ist nicht möglich, ein einziges oder wenige Atome messtechnisch zu verfolgen und ihre Wirkung messtechnisch nachzuweisen, da es sich hier um Vorgänge im Bereich der Quantenphysik handelt, in denen es messtechnische Möglichkeiten nun mal nicht gibt. Was uns im Bereich der Quantenphysik bleibt, ist die theoretische Erkenntnis und die Wahrscheinlichkeit. Aber Wahrscheinlichkeit schließt Abweichungen im Einzelfall nicht aus!

Wenn uns also berichtet wird, da seien Leute mit akuten Hautverbrennungen aufgrund von radioaktiver Strahlung in ein Krankenhaus eingeliefert worden, die 180 Millisivert abbekommen hätten, so kann das nur so gedeutet werden: Die Verantwortlichen vor Ort wollen verheimlichen, wie hoch die Strahlung wirklich ist! Bei 180 Millisivert Strahlendosis kann es keine Hautverbrennungen geben.

Es gibt eine Menge mehr Details, die mir bei der aufmerksamen Verfolgung der Nachrichten aufgefallen sind, aber diese Beispiele sollten reichen, um jedem klar zu machen, dass die Bevölkerung mal wieder durch bestimmte Lobbyisten, die offensichtlich bis in Regierungskreise und die Medien hinein wirken können, hinters Licht geführt wird. Ich wäre daher auch in Japan sehr vorsichtig mit der Aussage, dass die Belastung im Trinkwasser von Tokio erst erhöht, dann wieder niedriger geworden sei. Sicher wird es örtliche Schwankungen geben, aber für die Zukunft ist zu erwarten, dass das Trinkwasser im Osten Japans dauerhaft ungenießbar sein wird. Wer hat Interesse daran, uns so zu belügen?

Es ist die internationale Atomlobby. Man kann mit alten, abgeschriebenen Atomkraftwerken sehr viel Geld verdienen, viel mehr, als mit neu zu errichtenden Anlagen zur alternativen Energie- Erzeugung. Ebenso kann man gutes Geld verdienen mit neu zu errichtenden Atomkraftwerken, solange Regierungen solche direkt (durch finanzielle Zuwendungen) oder indirekt (durch Steuererleichterungen) subventionieren. Die internationale Atomlobby hat also gar kein Interesse daran, dass weltweit ein Umstieg auf alternative Energien erfolgt. Sie redet uns ja über ihre Interessenvertreter in Regierungen und Presse immer wieder ein, dass ein Umstieg nicht ohne weiteres möglich wäre, dass man Atomkraft als Brückentechnologie benötige usw., was völliger Quatsch ist.

Ich habe die ersten Anfänge der Anti-Atom-Bewegung vor 40 Jahren noch gut in Erinnerung. In der Argumentation der Atom-Befürworter hat sich nichts geändert. Aber bereits damals waren alle technischen Möglichkeiten für den Umstieg vorhanden. Hätte man sie damals genutzt, so hätte wir heute eine saubere Umwelt – ohne Atommüll, den wir 500.000 Jahr sicher aufbewahren müssen – welcher Wahnsinn!

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Zu den volkswirtschaftlichen Aspekten: Wenn man den volkswirtschaftlichen Schaden dem Gewinn, den alle Atomkraftwerke Japans in der gesamten Zeit ihrer möglichen Lebensdauer erwirtschaftet haben, jetzt erwirtschaften und noch erwirtschaften werden, dem Schaden, der der japanischen Volkswirtschaft durch die radioaktive Strahlung jetzt entstehen wird, entgegen rechnet, so wird man feststellen, dass der Schaden dieses einen Vorfalls den Gewinn aller Atomkraftwerke übersteigen wird – Das Endlagerproblem, mit dem sich die Steuerzahler der nächsten 500.000 Jahre beschäftigen müssen, mal nicht eingerechnet. – Ich halte es immer für ziemlich problematisch, hier diese volkswirtschaftlichen Aspekte überhaupt anzusprechen. Priorität haben sicherlich die ethischmoralischen Aspekte in der ganzen Angelegenheit. Aber es ist doch ein gutes Argument, denn an den Börsen und bei vielen Politikern sind es nun mal meist leider nur die monetären Aspekte, die zu Entscheidungen führen.

Nun stellt euch mal vor, es tritt auf der Erde ein Ereignis ein, dass zu einem Zusammenbruch von Infrastrukturen in mehreren großen Industrienationen führt, die alle über Atomkraftwerke verfügen.

Der Strom wird ausfallen, die Kühlungen der Kraftwerke werden ausfallen und wir bekommen einen Supergau nach dem Anderen. Das ist kein abwegiger Gedanke, sondern ein Szenario, dass eher wahrscheinlich ist. Überleben werden das wahrscheinlich einige Insektenarten auf diesem Planeten, der Mensch sicher nicht. – In Europa würde es reichen, dass die Infrastruktur im Rhonetal zusammenbricht, um Mitteleuropa für viele Generationen unbewohnbar zu machen, wenn man sich die wie an einer Perlenkette aufgereihten Atomkraftwerke in dieser Gegend ansieht. Sendet diese Mail weiter, übersetzt sie in andere Sprachen. Jeder sollte wissen, dass wir auf einem Pulverfass leben und jedes kleine Bausteinchen kann dazu beitragen, das Bewusstsein zu schaffen, dass wir handeln müssen – und zwar sofort. Auf diesem Pulverfass noch Regierungen zu wählen, von denen doch offensichtlich ist, dass sie uns belügen, dass sie mit unserem Leben und dem Leben unserer Nachfahren spielen, kommt doch wohl auf keinen Fall in Frage? Oder?

Viele Grüße, Werner May

One Reply to “Kommentar zu den Folgen von Fukushima”

  1. Als Tschernobyl in die Luft flog sagten sich die Leute wohl, dass es nicht so im Westen passieren könnte. Die UDSSR war ein seltsames Gebilde mit undurchsichtigen Regelungen und es schien weit weg zu sein, wenn auch nicht geographisch. Dass jetzt in Japan, was wir zum Westen dazuzählen etwas noch gewaltigeres vor sich geht, gibt vielen auch hier endlich zu denken. Immerhin!

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