Kreis Lippe seit sechs Monaten Optionskommune

Detmold(mr/kr). Zum 01.01.2012 hat der Kreis Lippe die Betreuung der Langzeitarbeitslosen von der Arbeitsagentur übernommen. Nach Ablauf des ersten halben Jahres kann für das Jobcenter Lippe eine durchweg positive Bilanz gezogen werden: Die große Aufgabe der technischen Unterstützung der neuen Einrichtung wurde gemeinsam mit dem Kommunalen Rechenzentrum Minden-Ravensberg / Lippe (krz) erfolgreich realisiert.

12.500 betreute Bedarfsgemeinschaften, über 350 Mitarbeiter/Innen in 16 Kommunen, eine komplett neue technische Infrastruktur mit rd. 380 PCs – das sind nur einige Kennzahlen dieser wichtigen Umstellung. Neben einer modernen Finanzbuchhaltung war vorrangig auch ein neues Software-Verfahren für die ganzheitliche Bearbeitung der aktiven und passiven Leistungen nach dem SGB II einzuführen.

Bereits Anfang letzten Jahres begannen die Vorarbeiten zur Umsetzung eines der größten Projekte für den Kreis Lippe. Gemeinsam mit der GKD in Paderborn, die im heutigen KDN-Eigenbetrieb das Fachverfahren „aKDn-sozial“ entwickelt hat, unterstützte das krz den Kreis maßgeblich bei der Umstellung. Dabei konnte man auf die guten Erfahrungen zurückgreifen, mit denen die Anwendung seit Jahren beim Kreis Minden-Lübbecke im Bereich SGB II eingesetzt wird. „aKDn-sozial“ ermöglicht den Jobcentern eine ganzheitliche Bearbeitung der aktiven und passiven Leistungen. Das Fallmanagement (Qualifizierung/Vermittlung etc.) und die wirtschaftlichen Leistungen sind miteinander verknüpft und bilden die Grundlage für eine qualitätsorientierte Abwicklung und Steuerung der Leistungen in diesem Rechtsgebiet.

Für einen reibungslosen Übergang wurden zunächst Test- und Schulungsumgebungen zur Verfügung gestellt. Aufgrund der Vielzahl von Mitarbeitern, die das neue Verfahren anwenden, wurden Multiplikatoren-Schulungen im krz durchgeführt. Darüber hinaus begleitete der Softwarehersteller die Umstellung intensiv in zahlreichen Arbeitskreisen.

Die maschinelle Übernahme aus dem Altverfahren der Arbeitsagentur konnte in überzeugender Qualität umgesetzt werden, was eine enorme Arbeitserleichterung bewirkte. Zwar mussten alle Bedarfsgemeinschaften manuell geprüft werden, aber der Erfassungsaufwand konnte deutlich reduziert werden. Obwohl – anders als bei der Leistungsberechnung – die Migrationsprogramme nicht vorab in aller Tiefe mit Echtdaten getestet werden konnten, gelang es dem SW-Hersteller in Paderborn bereits am zweiten Arbeitstag, die produktiven Systeme mit den Daten für die weitere Bearbeitung bereitzustellen.

Schon die ersten Abrechnungen am 24.01.2012 und am 22.02.2012 erfolgten ohne größere Probleme. Alle Zahlungen wurden termingerecht vorgenommen und sämtliche Mitarbeiter konnten mit dem Verfahren ohne Einschränkungen arbeiten.

 

„aKDn-sozial“ ist als Web-Anwendung konzipiert und erleichtert damit auch die technische Implementierung, da am Arbeitsplatz keine besonderen Installationen erforderlich wurden. Alle Arbeitsplätze wurden mit neuen Thin-Clients ausgerüstet, um auf diesen über eine neu geschaffene Web-Oberfläche auf das Verfahren zugreifen zu können. Alle Standorte im Kreisgebiet wurden problemlos angebunden.

Mittlerweile hat das Jobcenter Lippe die Rechtsform einer Anstalt öffentlichen Rechts und ist im Kreis für diese Aufgabe so gut aufgestellt, dass in Lemgo schon eine neue Zweigstelle für die nördliche Region Lippes eröffnet wurde.

Neben den organisatorischen Strukturen mussten auch im Technikumfeld viele Neuerungen realisiert werden. Auch hier war das krz maßgeblich beteiligt, sowohl in Bezug auf die Anwendung selber, als auch für die Anbindung an das Telefonnetz des Kreises. Beispielsweise mussten kurzfristig knapp 400 VOIP-Telefonanschlüsse eingerichtet werden.

Die telefonische Erreichbarkeit ist für ein Jobcenter einer der Grundvoraussetzungen im täglichen Umgang mit den betroffenen Bürgern. Um den Service hier optimal zu gestalten, implementierte das krz im Jobcenter eine VoIP- gestützten Telefonanlage, wie es sie bereits einige Jahre zuvor beim Kreis Lippe erfolgreich eingeführt hatte.

Fazit von Wolfgang Scherer, stellv. Geschäftsführer des krz: „Ein gemeinsamer Erfolg der hervorragenden Zusammenarbeit der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Jobcenter, der IT des Kreises, der Paderborner Partner und des krz!“

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