Minden: „Autsch“ – Aufklären, Spaß haben, Ängste abbauen

Minden(mr). „Das konnte man schon von außen sehen, dass der Arm gebrochen war“, erinnert sich Ralf Schmidt aus Petershagen. Aufgeregt und voller Angst war er Ende August ins Johannes Wesling Klinikum in Minden (JWK) gekommen. Er hatte über das Handy die Nachricht erhalten, dass sein Sohn Connor-Anthony einen Unfall an einem Spielgerüst hatte und mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden musste. Der Fünfjährige findet es in der Erinnerung es vor allem „cool“, dass er mit Blaulicht fahren durfte und dass er im JWK in einem Rollstuhl sitzen durfte.

„Wir haben durch die weiteren Untersuchungen herausgefunden, dass Connor-Anthony einen relativ komplizierten Bruch der Elle und der Speiche hatte“, erinnert sich Prof. Dr. Johannes Zeichen, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie am Johannes Wesling Klinikum Minden. „Noch am Unfalltag Tag haben wir ihn operiert. Dabei konnten wir durch zwei sehr, sehr kleine Schnitte dünne Drähte einführen und die Knochen damit in der richtigen Position zusammenfügen und fixieren.“ Stolz zeigt Connor-Anthony seine winzigen Narben und sein Vater ergänzt, dass sein Sohn schon wieder richtig malen könne.

Unfälle mit Kindern passieren täglich

Etwa 500 Mal im Jahr kommen Kinder nach Unfällen in die Unfallchirurgie des JWK. Die Bandbreite reicht dabei von leichten und harmlosen Schürfwunden nach einem Sturz auf dem Schulhof bis hin zu schwersten Knochenbrüchen nach einem Verkehrsunfall. „Egal, ob so ein Unfall im Kindergarten, in der Schule, im Sportverein oder Zuhause passiert, wir erleben hier immer wieder, wie aufgeregt und ängstlich Eltern, Erzieher oder Lehrer sind, wenn sie mit den Kindern zu uns kommen“, berichtet der Unfallspezialist Zeichen. „Uns ist es deshalb ein Anliegen, dass wir die Menschen aufklären und informieren, was nach einem Unfall passiert. Eins ist ganz wichtig: Wenn jemand zu uns kommt, dann wird ihm geholfen und das Leiden wird gemildert. Niemand braucht Angst vor einem Krankenhaus zu haben.“

Gips-Anlegen: Für Connor-Anthony – zwei Wochen nach seiner Operation – schon wieder ein Riesenspaß. Foto: MKK

Um dieses Ziel, die Angst möglichst weitgehend abzubauen, zu erreichen, wird es am 21. September 2012 einen großen Informations- und Aktionsnachmittag im Johannes Wesling Klinikum Minden geben. Zwischen 14 und 18 Uhr gibt es ein buntes Programm für Kinder. Unter dem Titel „Autsch“ haben sie die Gelegenheit, Übungen mit Rollstühlen und Gehhilfen zu absolvieren, mehrere Geschicklichkeitsparcours zu meistern, Kranballon zu fahren oder ein Autogramm eines Profihandballers von GWD-Minden zu ergattern. Außerdem kann das Innere eines Krankenwagens besichtigt werden. Kind-, eltern- und erziehergerecht werden ab 14:00 Uhr immer wieder Vorträge im Hörsaal des JWK angeboten. Es geht unter anderem um Kopfverletzungen, wie erkenne ich, ob das Kind behandelt werden muss, es geht um die richtige Narkose und Schmerzbehandlung von Kindern und um die Behandlung von Knochenbrüchen.

 

Viele Unterstützer und ein tolles Programm

„Ich danke allen Beteiligten Partnern und Institutionen, die uns bei unserem „Autsch-Nachmittag unterstützen“, betont Prof. Dr. Johannes Zeichen. „Ohne die Hilfe der Polizei, der Freiwilligen Feuerwehr, meiner Kollegen der anderen Klinik und Institute im JWK, von Kreditinstituten und Versicherern wäre so ein Nachmittag gar nicht auf die Beine zu stellen.“ Connor-Anthony wird auf jeden Fall dabei sein. Da der Fünfjährige nach seiner Operation nur einen Verband benötigte freut er sich schon besonders auf das Spaßgipsen mit Kindern und Eltern am 21. September.

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