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Mit Immuntherapie gegen Krebs

Ein starkes Immunsystem ist die Voraussetzung für einen gesunden Körper. Wenn die Selbstheilungskräfte aktiviert sind, werden Krankheitserreger bekämpft und infizierte Körperzellen abgetötet. Jetzt wird die Immuntherapie im Kampf gegen schwere Krankheiten wie Krebs und HIV auch in Deutschland eingesetzt. Die Grundlagen dafür wurden bereits vor Jahrzehnten gelegt.

Sie gilt laut Science-Magazin als der Wissenschafts-Durchbruch des Jahres 2013: Immuntherapie gegen Krebs. Bereits seit 1987 wird sie bei der Bekämpfung maligner Krebszellen eingesetzt und ständig weiterentwickelt. 2015 bekamen die beiden Forscher James P. Allison und Carl H. June dafür den international angesehenen Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preis. Der Nobelpreisträger Paul Ehrlich gilt als Begründer der modernen Chemotherapie. Heute steht sein Name für eine der renommiertesten Auszeichnungen in der Medizin. Die Immuntherapie wird begleitend zu konventionellen Maßnahmen eingesetzt. Ausschließlich qualifizierte Therapeuten, die bei der Herstellung des Wirkstoffs GcMAF mitwirken, dürfen laut Cosomed die Therapie durchführen.

Wie wirkt die GcMAF-Immuntherapie gegen Krebszellen?

Bei der GcMAF-Immuntherapie spielt der Gc-Makrophagen-Aktvierungs-Faktor die entscheidende Rolle. Er ist ein natürliches Eiweiß, das im Körper in der Leber produziert wird und die Makrophagen im Blut anweist, nach schädlichen Einheiten im Organismus zu suchen und diese gezielt zu zerstören. Viren und Krebszellen scheiden ein Enzym aus, das die GcMAF-Produktion blockiert. Dadurch erhalten die Makrophagen keine Befehle zur Eliminierung von schädlichen Einheiten mehr. Als Folge wird das Immunsystem geschwächt. Während der Immuntherapie werden nicht die Krebszellen direkt bekämpft, sondern die natürliche Selbstheilung soll wieder aktiviert werden. Dabei wird dem Körper fehlendes GcMAF künstlich zugeführt. Dieses kann schädliche Zellen erkennen und abtöten. Auch andere Immunschwächekrankheiten wie HIV oder Hepatitis B und C werden durch die intravenöse Injektion des Botenstoffs GcMAFs unterstützend zu konventionellen Maßnahmen therapiert. Da das im Labor hergestellte GcMAF mit dem natürlichen identisch ist, werden keine Nebenwirkungen erwartet.

Die Kosten für die etwa fünfwöchige Behandlung mit zehn intravenösen Injektionen muss der Patient selbst tragen, wobei die Dosis sowie Dauer der Therapie individuell abgestimmt werden. Noch ist unklar, wann sie von Krankenkassen als Standardtherapie in den Leistungskatalog aufgenommen wird.


Eine von Bakterien befallene Makrophage

Bildrechte: Flickr Macrophage Infected with Francisella tularensis Bacteria NIAID CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

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